Hier findest du einige allgemeine Informationen zu Vogelspinnen:
Vogelspinnen leben in nahezu unveränderter Form seit ca. 300 Millionen Jahren auf der Erde und haben damit sogar die Dinosaurier überlebt.
Das Gift der meisten Vogelspinnen ist in etwa mit dem einer Biene zu vergleichen und ein Biss stellt für einen gesunden Menschen keine nennenswerte Gefahr dar, es sei denn, diese Person reagiert allergisch auf Insektenstiche. Meines Wissens nach gibt es bisher keine dokumentierten Todesfälle durch den Biss einer Vogelspinne. Ich selbst bin in ca. 25 Jahren Haltung und Zucht von Vogelspinnen noch nie gebissen worden, was sicherlich auch an dem Respekt liegt, den ich diesen Tieren gegenüberbringe.
Nach dem Stand von Januar 2025 gibt es aktuell 186 Gattungen und 1194 beschriebene Vogelspinnenarten. Es werden jedoch ständig neue Arten entdeckt und beschrieben sowie bestehende Arten aktualisiert und gegebenenfalls in andere Gattungen verschoben oder anders zugeordnet. Dies ist ein ewig andauernder Prozess.
Vogelspinnen werden zudem grob drei unterschliedlichen Lebensweisen zugeordnet:
- Bodenbwohnende Tiere (Tiere, die ausschließlich bzw. überwiegend am Boden leben)
- Baumbewohnende Tiere (Tiere, die ausschließlich bzw. überwiegend auf Bäumen leben)
- Erdbewohnende Vogelspinnen (Tiere, die tiefe Röhren graben und überwiegens in der Erde leben)
Je nach Lebensweise eine Vogelspinne hängt damit in der Haltung auch die Häufigkeit ab, wie oft man die Tiere
sieht. Bodenwohner sieht man in der Regel deutlich häufiger als Baumewohner. Erbewohner sieht man bei artgerechter Haltung fast nie, da sie nahezu immer tief in ihren Wohnröhren sitzen.
Somit sind für Anfänger in der Regel bodenbewohnende Arten zu empfehlen, da man diese Tiere am häufigsten außerhalb ihrer Verstecke beobachten kann.
Vogelspinnen fressen überwiegend Insekten und kleinere Nagetiere. Auf letzteres wird in der privaten Haltung von Vogelspinnen jedoch immer mehr verzichtet.
Weibliche Vogelspinnen können bis zu 30 Jahre alt werden. Männliche Vogelspinnen hingegen haben nur eine eher kurze Lebenserwartung und werden abhängig von der Art meist nicht älter als wenn überhaupt fünf Jahre. Daher eignen sich für die reine Haltung eher weibliche Tiere. Männliche Tiere werden für die Nachzucht benötigt und sind für Züchter von großer Bedeutung.
Das kann durchaus passieren, und wenn es schlecht läuft schon vor der Verpaarung. Daher sind verschiedene Maßnahmen vorzunehmen, um das Männchen in privater Haltung und Zucht möglichst davor zu schützen. Zum Beispiel in dem das Weibchen vor der Verpaarung so lange gefüttert wird, bis es nichts mehr frisst, und selbst das ist kein sicheres Indiz dafür, dass das Weibchen das Männchen nicht doch angreift oder unter Umständen auch in sekundenschnelle tötet. Das ein oder andere Männchen konnte ich bei einer Verpaarung schon durch einen kleinen aber sehr bestimmten Antoß an das Weibchen davor bewahren. Das klappt jedoch auch nicht immer, da Vogelspinnen extrem schnell sind.
Vogelspinnen, wie auch alle anderen Spinnen und viele weitere Tiere müssen sich häuten, um wachsen zu können.
Vogelspinnen haben ein sogenanntes Exoskelett, das es ihnen nicht ermöglich innerhalb dessen zu wachsen, da das Chitin (die 'Haut' der Spinnen) aushärtet und keinen Wachstum ermöglicht. Einzige
Ausnahme hierbei ist das Opisthosoma (der Hinterleib) einer Vogelspinne. Hier ist das Chitin so dünn und flexibel (ähnlich wie die menschliche Haut), dass diese sich dem Ernährungszustand anpassen
kann. Einige Zeit vor einer Häutung, während dessen und auch einige Zeit danach nimmt die Vogelspinne keine Nahrung zu sich.
Vogelspinnen, die sich häuten, benötigen absolute Ruhe, da äußere, störende Einflüsse den Tod der Spinne bedeuten können. Während einer Häutung ist eine Vogelspinne nicht in der Lage sich zu
verteidigen oder sich zu schützen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen legen sich die Tiere dafür auf den Rücken. Hierzu gibt es sehr interessante Videos (meist Zeitrafferaufnahmen) bei Youtube,
Instagram etc.
Ja, definitiv. Die artgerechte Haltung von Vogelspinnen ist sehr einfach zu realisieren.
Vogelspinnen benötigen wenig Platz, da sie auch in der freien Natur nicht umher wandern, sondern überwiegend
ihr gesamtes Leben in ihrem Versteck leben. Vogelspinnen jagen und verfolgen in der Regel auch keine Beute, sie lauern lediglich am Eingang ihres Versteckes. Lediglich adulte Männchen sind
unterwegs, um ihrer Bestimmung nachzukommen und ein paarungswilliges Weibchen zu finden.
Für mich persönlich ist die artgerechte Haltung und die Nachzucht von Vogelspinnen ein elementarer Bestandteil, damit sich die Tiere möglichst wohl fühlen und um die Bestände in der Natur nicht durch
unkontrollierte Entnahmen wie zum Beispiel unnötige Wildfänge zu sichern. Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen (gezielte Zucht von sehr erfahrenen Haltern) sollte für die reine Haltung immer eine
Nachzucht gewählt werden.
Diese Frage kann man nicht verallgemeinern und hängt in erster Linie von der Art, der Größe und der jeweiligen
Lebensweise (Erdbewohner, Bodenbewohner oder Baumbewohner) der Vogelspinnen ab.
Sogenannten Zwergvogelspinnen reichen Terrarien mit den Maßen von ca. 15x15x15cm völlig aus. Während sehr große Vogelspinnen (Beinspannweite ca. 25cm und größer) natürlich mehr Platz benötigen, sich
dennoch in einem Terrarium mit den Maßen 50x40x30cm (BxTxH) gut unterbringen lassen.
Bei weiteren Fragen, schreib mir.